Bei strengem Frost frieren Leitungen dort ein, wo es nicht geheizt wird: in Kellern mit undichten Fenstern, in Garagen, in Außenwänden und an der Gartenleitung. Gefährlich ist dabei weniger das Eis selbst als der Moment, in dem es taut. Eis dehnt sich aus, und ein Rohr, das dabei gerissen ist, bleibt dicht, solange es gefroren ist.
Erst prüfen: nur gefroren oder schon gerissen?
Kommt an einer Stelle kein Wasser mehr, an anderen aber schon, sitzt das Eis in der Leitung zu genau dieser Stelle. Folgen Sie dem Rohr vom Hahn aus in Richtung des kältesten Raums. Dort liegt die gefrorene Stelle fast immer.
Sehen Sie sich das Rohr dabei genau an. Ausbeulungen, feine Risse, Feuchtigkeit oder Raureif an einer einzelnen Stelle sind Warnzeichen. Legen Sie dann Eimer und Handtücher bereit und wissen Sie, wo der Haupthahn ist, bevor Sie anfangen.
So tauen Sie die Leitung richtig auf
- Den Wasserhahn an der betroffenen Stelle öffnen. So kann Schmelzwasser abfließen, und Sie merken sofort, wenn wieder Wasser kommt.
- Den Raum wärmen: Tür zum beheizten Bereich öffnen, Heizlüfter aufstellen, Kellerfenster schließen.
- Am Rohr vom Hahn aus in Richtung der gefrorenen Stelle arbeiten, nicht umgekehrt. Dann kann das Tauwasser immer nach vorn ablaufen.
- Mit sanfter Wärme: Haartrockner, warme Tücher, Wärmflasche. Das dauert eine Weile, ist aber der sichere Weg.
- Sobald Wasser läuft, den Hahn noch ein paar Minuten offen lassen und die Leitung auf undichte Stellen prüfen.
Was Sie auf keinen Fall tun sollten
Keine offene Flamme. Lötlampe, Gasbrenner oder Feuerzeug erhitzen das Rohr punktuell, und eingeschlossenes Wasser kann dabei schlagartig verdampfen und das Rohr sprengen. Dazu kommt die Brandgefahr an Dämmung und Holz.
Kein kochendes Wasser über Kunststoff- oder Verbundrohre. Und keine elektrischen Geräte in der Nähe von Wasser, das schon auf dem Boden steht.
Wenn beim Auftauen Wasser austritt
Dann war das Rohr gerissen. Drehen Sie sofort den Haupthahn zu, schalten Sie in betroffenen Räumen den Strom ab, wenn Wasser an Steckdosen oder Geräte kommt, und rufen Sie an. Was Sie in den ersten Minuten tun sollten, steht ausführlich im Ratgeber zum Wasserrohrbruch.
Machen Sie Fotos, bevor aufgeräumt wird. Viele Wohngebäudeversicherungen zahlen bei Frostschäden, setzen aber voraus, dass ungenutzte Räume ausreichend beheizt oder die Leitungen entleert waren.
Vorbeugen: der wichtigste Handgriff vor dem ersten Frost
Der Außenwasserhahn für den Garten friert am häufigsten ein. Vor dem ersten Frost das Absperrventil innen im Haus schließen, den Hahn draußen öffnen und leerlaufen lassen. Lassen Sie ihn über den Winter offen, damit Restwasser Platz hat, wenn es gefriert.
- Ungeheizte Räume mit Wasserleitungen frostfrei halten, mindestens auf der Frostschutzstufe des Heizkörpers.
- Kellerfenster bei Frost geschlossen halten.
- Leitungen in Außenwänden, Garagen und Dachböden dämmen.
- Bei längerer Abwesenheit im Winter die Heizung nicht ganz ausschalten.
- In Gartenlauben und leerstehenden Wohnungen die Leitungen vor dem Winter vollständig entleeren.
Wann Sie besser anrufen
- Beim Auftauen tritt Wasser aus. Dann zuerst den Haupthahn zudrehen.
- Sie finden die gefrorene Stelle nicht, weil die Leitung in der Wand liegt.
- Mehrere Wohnungen oder das ganze Haus haben kein Wasser.
- Die Leitung friert jeden Winter an derselben Stelle ein.
Notfälle nehmen wir rund um die Uhr entgegen: 0176 61 47 98 20
Dieser Text ersetzt keine Beurteilung vor Ort. Was in Ihrem Fall die Ursache ist, lässt sich verlässlich nur an der Anlage selbst feststellen.
