Fällt der Druck in der Heizungsanlage zu weit ab, werden zuerst die Heizkörper in den oberen Etagen nicht mehr richtig warm. Bei vielen Geräten kommt danach eine Störmeldung, und die Anlage schaltet sich zum Selbstschutz ab. In den meisten Fällen fehlt einfach etwas Wasser, und das lässt sich in einer Viertelstunde selbst nachfüllen.
Wo Sie den Druck ablesen
Am Manometer der Anlage: bei einer Gastherme meist unten am Gerät oder direkt im Display, bei einer Zentralheizung im Keller am Kessel oder an der Rohrleitung daneben. Lesen Sie den Wert bei kalter Anlage ab. Beim Aufheizen dehnt sich das Wasser aus und der Druck steigt, deshalb ist der Wert bei laufender Heizung höher.
Welcher Wert der richtige ist
Den einen richtigen Wert gibt es nicht. Er hängt davon ab, wie hoch das Wasser in Ihrem Gebäude gedrückt werden muss. In einer Etagenwohnung oder einem Einfamilienhaus liegt er bei kalter Anlage meist zwischen 1 und 2 bar, in einem hohen Mehrfamilienhaus darüber.
Verlässlich ist die Markierung am Manometer selbst: Oft gibt es einen grünen Bereich oder einen zweiten, verstellbaren Zeiger, den der Installateur auf den Sollwert gesetzt hat. Die rote Markierung ist die Obergrenze. Dort öffnet das Sicherheitsventil, meist bei 2,5 oder 3 bar.
Wasser nachfüllen in sechs Schritten
Sie brauchen einen Füllschlauch, der an einen Wasserhahn passt, und bei manchen Anlagen einen Vierkantschlüssel für den Füllhahn. Viele neuere Thermen haben unten am Gerät einen eigenen Füllhahn, dann entfällt der Schlauch.
- Heizung ausschalten und abkühlen lassen, damit Sie den Druck richtig ablesen.
- Den Schlauch vorher ganz mit Wasser füllen. Sonst drücken Sie die Luft aus dem Schlauch in die Heizung und können danach gleich entlüften.
- Schlauch am Wasserhahn und am Füll- und Entleerhahn der Heizung (KFE-Hahn) anschließen.
- Zuerst den Wasserhahn öffnen, dann den KFE-Hahn langsam aufdrehen und dabei das Manometer beobachten.
- Beim Sollwert in umgekehrter Reihenfolge schließen: erst den KFE-Hahn, dann den Wasserhahn. Schlauch über einem Eimer abnehmen.
- Heizung wieder einschalten. Gluckert es danach, die Heizkörper entlüften und den Druck anschließend noch einmal prüfen.
Was beim Nachfüllen oft übersehen wird
Heizungswasser darf nicht zurück in die Trinkwasserleitung gelangen. Deshalb schreibt die Norm (DIN EN 1717) zwischen Trinkwasser und Heizung eine Sicherungseinrichtung vor, einen sogenannten Systemtrenner. Bei neueren Anlagen ist er in der Füllarmatur fest eingebaut. Hängt bei Ihnen nur ein loser Schlauch zwischen Hahn und Heizung, fragen Sie bei der nächsten Wartung nach einer festen Füllkombination.
Füllen Sie nicht mehr nach als nötig. Jedes frische Wasser bringt Sauerstoff und Kalk ins System, und beides setzt der Anlage auf Dauer zu.
Wie oft Nachfüllen normal ist
Einmal zu Beginn der Heizsaison oder nach dem Entlüften: völlig normal. Wenn Sie dagegen alle paar Wochen nachfüllen müssen, verliert die Anlage irgendwo Wasser. Das kann ein tropfendes Ventil oder ein undichter Heizkörper sein, aber auch ein Leck, das man nicht sieht.
Ein zweites Muster: Der Druck springt beim Aufheizen stark nach oben, und das Sicherheitsventil tropft, fällt aber im kalten Zustand wieder weit ab. Dann ist meistens das Ausdehnungsgefäß nicht mehr in Ordnung. Das ist keine Selbstmach-Reparatur, aber auch kein Notfall. Rufen Sie an, bevor die Heizung im Winter ganz stehen bleibt.
Und wenn der Druck zu hoch ist?
Steht die Nadel bei kalter Anlage schon im roten Bereich, wurde zu viel nachgefüllt. Halten Sie ein Gefäß unter das Entlüftungsventil eines Heizkörpers und lassen Sie langsam etwas Wasser ab, bis der Sollwert wieder erreicht ist. Tropft das Sicherheitsventil auch danach weiter, sollte sich das jemand ansehen.
Wann Sie besser anrufen
- Sie müssen alle paar Wochen Wasser nachfüllen.
- Das Sicherheitsventil tropft oder spritzt beim Aufheizen.
- Der Druck springt zwischen kalt und warm um mehr als etwa ein bar.
- Am Gerät, an Heizkörpern oder an Rohren sind feuchte Stellen oder Rostspuren.
- Sie wohnen zur Miete und die Anlage steht im Keller — dann ist es Sache des Vermieters.
Notfälle nehmen wir rund um die Uhr entgegen: 0176 61 47 98 20
Dieser Text ersetzt keine Beurteilung vor Ort. Was in Ihrem Fall die Ursache ist, lässt sich verlässlich nur an der Anlage selbst feststellen.
