Nach einem Starkregen steht Wasser im Keller — und die naheliegende Reaktion ist, zuerst zu pumpen. Sinnvoller ist, sich zehn Sekunden zu nehmen und zu schauen, woher das Wasser kommt. Das entscheidet über alles Weitere.
Zuerst: woher kommt das Wasser?
Kommt es aus Bodenablauf, Dusche, Waschbecken oder Toilette im Keller, dann ist es Rückstau. Der öffentliche Kanal ist voll, das Abwasser sucht sich den nächsten tiefer gelegenen Ausgang, und das ist Ihr Kellerablauf. Das ist Abwasser, kein Regenwasser — und es ist der Fall, für den Sie uns rufen.
Kommt es durch Wand, Boden oder Kellerfenster, dann dringt Oberflächen- oder Grundwasser ein. Das ist ein Thema für Abdichtung und Bauwerk, nicht für Sanitärtechnik. Wir sagen Ihnen das ehrlich am Telefon, statt anzufahren und eine Rechnung für etwas zu schreiben, das wir gar nicht lösen können.
Bei Rückstau: sofort
- Kein weiteres Wasser einleiten. Waschmaschine, Spülmaschine und Toiletten im Haus nicht benutzen — jeder Liter verschärft den Rückstau.
- Strom im Keller abschalten, bevor Sie hineingehen. Nicht durch stehendes Wasser waten, um an den Schalter zu kommen.
- Nicht mit bloßen Händen arbeiten. Rückstauwasser ist Abwasser aus dem Kanal, nicht Regen.
- Fotografieren und filmen, bevor Sie irgendetwas wegräumen. Ohne Aufnahmen wird die Meldung bei der Versicherung schwierig.
- Erst abpumpen, wenn der Regen nachgelassen hat — solange der Kanal voll steht, läuft es sonst nach.
Warum es überhaupt passiert
Die Berliner Kanalisation ist auf normalen Regen ausgelegt, nicht auf 30 Liter in einer Stunde. Wenn sie volläuft, steigt das Abwasser bis zur sogenannten Rückstauebene — üblicherweise die Höhe der Straßenoberkante. Alles, was darunter liegt, läuft voll, sofern es nicht gesichert ist.
Das ist kein Defekt, sondern ein bekannter Zustand. Deshalb sind Grundstückseigentümer verpflichtet, tiefliegende Ablaufstellen gegen Rückstau zu sichern. Wer das nicht getan hat, hat gegenüber der Versicherung oft ein Problem.
Damit es beim nächsten Unwetter nicht wieder passiert
Eine Rückstausicherung — je nach Situation ein Rückstauverschluss in der Ablaufleitung oder eine Hebeanlage, die das Abwasser über die Rückstauebene pumpt. Welche der beiden richtig ist, hängt davon ab, ob es sich um fäkalienfreies oder fäkalienhaltiges Abwasser handelt und ob der Keller genutzt wird.
Wichtig auch bei vorhandener Sicherung: Ein Rückstauverschluss ist ein bewegliches Bauteil und muss regelmäßig geprüft werden. Verklemmt er, weil sich Ablagerungen gesammelt haben, nützt er im Ernstfall nichts.
Und der Punkt, der bei wiederkehrenden Fällen am häufigsten übersehen wird: Eine Grundleitung, die durch Wurzeln oder Ablagerungen ohnehin verengt ist, läuft schon bei Regen über, bei dem andere Häuser trocken bleiben. Dann ist nicht das Unwetter die Ursache, sondern der Zustand der Leitung.
Wer zahlt?
Bei Rückstau greift je nach Vertrag die Elementarschadenversicherung als Zusatz zur Gebäude- oder Hausratversicherung. Ohne diesen Zusatz ist der Schaden in der Regel nicht gedeckt — das überrascht viele erst im Schadensfall.
Fehlende oder nicht gewartete Rückstausicherungen können außerdem als Obliegenheitsverletzung gewertet werden und die Leistung kürzen. Wir dokumentieren unseren Einsatz so, dass Sie die Unterlagen einreichen können.
Wann Sie besser anrufen
- Wasser kommt aus Bodenablauf, Kellerabfluss oder Toilette zurück.
- Der Keller läuft wiederholt voll, auch bei nicht besonders starkem Regen.
- Sie haben eine Rückstausicherung, aber sie hat nicht gehalten.
- Sie wissen nicht, ob Ihre Ablaufstellen im Keller gesichert sind.
- Nach dem Unwetter läuft das Wasser nur noch langsam ab.
Notfälle nehmen wir rund um die Uhr entgegen: 0176 61 47 98 20
Dieser Text ersetzt keine Beurteilung vor Ort. Was in Ihrem Fall die Ursache ist, lässt sich verlässlich nur an der Anlage selbst feststellen.
